9. - 13. August Swatch FIVB World Tour Stare Jablonki


Das wars. Stefan Kobel und Patrick Heuscher haben in Stare Jablonki ihr letztes gemeinsames Turnier auf der FIVB World Tour gespielt. Ein 5. Platz ist es nochmal geworden. Nochmal ein Spitzenresultat - bestes europäisches Team (in Abwesenheit von Brink/Dieckmann, GER und Kais/Vesik, EST) und nur sehr, sehr knapp an den Chinesen Wu/Xu im Spiel um den Einzug ins Halbfinale gescheitert.

Es bleiben noch die Turniere von Basel (Coopbeachtour), das FIVB Satellite in Vaduz, die EM in Den Haag und die SM in Bern. Noch vier Turniere, die beiden allerletzten nochmal von grösster Bedeutung.

Bild: Andreas Eisenring

Über zehn Jahre lang zusammen mit Trainer Patrick Egger ein Team: der Tösstaler Stefan Kobel und der Frauenfelder Patrick Heuscher.

Der erst 20-jährige Chinese Linyin Xu drückt unmittelbar nach dem Sieg gegen Steff und Päddy seine Gedanken aus: "Ich habe im Moment sehr gemischte Gefühle: Auf der einen Seite freue ich mich sehr für meinen Partner, für mich und für mein Land, dass wir als erstes Chinesisches Team einen Halbfinal an einem World Tour Turnier erreichen konnten, andererseits realisiere ich gerade jetzt, dass wir einen Spieler bezwungen haben, der sein letztes FIVB World Tour Turnier spielt. Steff ist ein super Typ - er hätte es verdient noch einmal gegen Ricardo/ Emanuel zu spielen."






Penggen Wu und Linyin Xu -
der Vorgeschmack auf Peking 2008?

Päddy, nach der knappen Niederlage, am Boden.





















Xu ist hoch am Block.


Steff wird nach seinem letzten Spiel auf der World Tour gebührend von FIVB Technical Supervisor Sara Servalli (ganz links) und Turnierdirek-tor Andrzej Dowgiallo verabschiedet.



Emotionale Momente in Stare Jablonki. Standing Ovation von 4000 Zuschauern.



Bild links: Steff jubelt nach dem Sieg gegen Deulofeu/Salvetti.
Bild rechts: Steff schlägt "line" gegen den Dia-Block von Xu.


Annahmekünstler und Verteidigungsspezialist Stefan Kobel zeigt auch in Polen nochmal seine ganze Klasse. (Foto: Andreas Eisenring)

Wu/Xu aus China, Weltranglisten-Achte und à Nr. 5 gesetzt hiessen die Gegner von Steff und Päddy im Spiel um den Einzug ins Halbfinale. Gegen die sich von Turnier zu Turnier steigernden Chinesen haben HK in Montreal 2:0 gewonnen. Diesmal reichte es ganz knapp nicht! Ein Einzug ins Halbfinale wäre Steff bei seinem letzten Worldtour-Auftritt zu gönnen gewesen. Das war Steffs letztes Turnier auf der World Tour - ein tolles Ergebnis zum Abschied! Danke Steff!



Bild links: Penggen Wu (24), Linkshänder - hier beim Angriff gegen Jan Schnider. Meistens servieren die gegnerischen Teams ihn an. Bild rechts: Linyin Xu, Spitzname "Tiny" wegen seiner nur 70 kg Körper-gewicht auf 200 cm -grösse. "Ich habe noch nie jemanden über Ricar-dos Block schlagen sehen - Xu kann es!", sagt Päddy über den erst 20jährigen aus Shanghai. Wu/Xu (spielen erst seit Ende der letzten Saison auf der Tour und sind bereits in den Top-Ten der Welt) erreicht-en mit dem 5. Rang in Klagenfurt ihr bisher bestes Saisonresultat - mit dem Einzug ins Halbfinale erreichen sie ihren vorläufigen Karrierehöhe-punkt.

Stefan und Patrick (aktuell Weltranglisten-Siebte) gingen als klare Favoriten in das Spiel um Platz 5 gegen die Qualifikanten aus Frank-reich Deulofeu/Salvetti. Deulofeu/Salvetti hatten in der Runde zuvor die auf Platz 11 der Weltrangliste platzierten Australier Schacht/Slack gleich mit 2:0 bezwungen. Der Gegner durfte also nicht unterschätzt werden - HK liessen nichts anbrennen und sichern sich mit dem Sieg den 5. Platz. Päddy zum Spiel: "Mein Körper ist ziemlich müde, dank der guten Ballkontrolle waren wir den Franzosen überlegen."


187 cm gross: Guillherme Deulofeu (34) zusammen mit seinem Partner - 197 cm gross: Yannick Salvetti (26). Die beiden - Team Nr. 2 Frank-reichs und in der Weltrangliste auf Position 34 - erreichen in Polen ihr bestes Saisonresultat.

Mark Heese, Stefan Kobel und Patrick Heuscher haben etwas gemein-sam: alle drei sind sie Bronzemedaillengewinner an Olympischen Spielen. Einziger Unterschied: Heese gewann seine Medaille acht Jahre vor HK - in Atlanta 1996. In Gstaad in diesem Jahr waren Heese/Van Huizen schon einmal Gegner von HK. Das zweite Aufeinandertreffen endete wie das erste: mit einem 2:0-Erfolg für HK.



Bild links: Mark Heese, 184 cm, in vier Tagen 37, vor zehn Jahren, Bronzemedaillengewinner in Atlanta bei den Olympischen Spielen - damals noch mit Partner John Child. Jetzt ist Heese Partner vom 205 cm grossen Richard Van Huizen (30).


Nach Stavanger und Montreal müssen sich HK auch beim dritten und letzten Aufeinandertreffen mit den Brasilianern Cunha/Franco geschla-gen geben. Wie schon in Montreal war das Spiel ausgeglichen - die Weltranglisten-Vierten konnten erst ab dem zweiten Satz erfolgreicher punkten. Steff wäre es zu gönnen gewesen, an seinem World-Tour-Abschiedsturnier, nochmal ein Brasilianisches Team zu bezwingen.


Linkshänder Franco am Block gegen Päddy und Cunha zeigt, dass er auch über Kopf zuspielen kann. (Bilder von Montreal)


Franco José Viero Neto (links) wird dieses Jahr 40. Sein Partner Pedro Cunha ist erst 23. Weder in Stavanger noch in Montreal (im Spiel um Bronze) konnten HK die Brasilianer in dieser Saison bezwingen.

Zum dritten Mal in Folge kam es in dieser Saison zur Partie HK vs. Kevin Cès/Fabien Dugrip. Sowohl in Paris als auch in Klagenfurt und jetzt auch in Polen reichte es den Franzosen nie zu einem Satzgewinn. Im ersten Satz mussten HK einen Satzball abwehren. Trotz nicht fehlerfreiem Spiel hat es HK damit zu zwei Auftaktsiegen gereicht.


Kevin Cès (26) traf in dieser
Saison zum dritten Mal in Folge
auf Steff und Päddy.




















Im Erstrundenspiel trafen HK auf die Kazachen Vorobvev/Zabuslayev. Im zweiten Satz mussten Steff und Päddy einen 5:10-Rückstand aufholen. Päddys Spielzusammenfassung: "Mit müden Körpern zum Erfolg."

Das allerletzte Mal gemeinsam an ein Turnier der FIVB World Tour: Stare Jablonki ist nach 2004 und 2005 heuer zum dritten Mal eine Station auf der Tour. Steff und Päddy spielten bei den ersten beiden Ausgaben des Turniers immer vorne mit. 2004 verpassten sie das Podest nur knapp - 4. Platz. 2005 gab es einen 5. Rang.


Stefan Kobel nimmt Abschied von der Worldtour. Was 1998 in Berlin mit einem 57. Platz begonnen hatte, endet acht Jahre und über 80 Turniere später hier in Polen: eine sehr erfolgreiche Beachvolleyball-Karriere.